Auf
der Hinfahrt hat es so gegossen, dass der Scheibenwischer
an unserem Auto es kaum geschafft hat, die Wassermassen zur Seite
zu schieben. Unsere Stimmung war dementsprechend. Die Gegend durch
die wir ab der Autobahnabfahrt Siebenlehn fuhren, wirkte zunächst
auch nicht gerade anziehend. Bräunsdorf - wo wird denn das
überhaupt liegen? Wir wussten, dass es zwischen Hainichen
und Freiberg in der Gemeinde
Oberschöna sein sollte und haben mit einem langweiligen
Dorf "am A... der Welt" gerechnet. Als wir dort aber
ankommen, wird es auf einmal trocken, sogar recht warm und freundlich.
Und die ganze hügelige Gegend ist landschaftlich sehr schön.
Wir stellen das Auto an der Dorfschule ab und laufen ca. 500 Meter
einen recht steilen Alsphaltweg hinunter in das malerische Tal
der "Großen Striegis". In einem schön
angelegten, modernen Stadion der SV Einheit Bräunsdorf wird
der Zieleinlauf stattfinden. Wir treffen hier die "Gasttrolle"
Ronald Bianchin
(siehe Freiberger Herbstlauf weiter
unten) und Eyck Schwarz,
der hier wohnt und uns diesen Lauf empfohlen hat. Eyck strahlt,
denn seine Tochter Antonia hat gerade den Bambinilauf gewonnen.
Pünktlich 12:10 fällt der Startschuss zum 10
km-Lauf (>> Strecke)
und wir, also ich (Start-Nr. 228)
und mein Vater, der "Troll" Zenon (Start-Nr.
229) , laufen
sofort "volle Kanne" los. Die Taktik ist klar - "wir
müssen" heute den Ronald (Start-Nr.
206) hinter
uns lassen. Die ersten 3 Kilometer sind flach, wir laufen an der
Striegis entlang. Ich vorne weg, dahinter Zenon. Ronald ist schon
etwa 150 Meter zurückgefallen. Dies ist aber erst der Anfang.
Denn
es kommt noch der vorher angekündigte, berühmt-berüchtigte
"Berg", vor dem man uns gewarnt hat. Und er kam
und war noch schlimmer als ich dachte. Mir bleibt schon nach den
ersten 100 Metern die Luft weg, ich werde immer langsamer. Zenon
hat hinter mir die gleichen Probleme. Jetzt kommt die Stunde von
Ronald. Er zieht locker an uns Beiden vorbei und verschwindet
schnell aus der Sichtweite. Am Wasserturm oben hat er schon mindestens
1 Minute Vorsprung. Aber ab jetzt geht es vorwiegend bergab, ich
erhole mich und werde wieder schneller. Ronald kann ich trotzdem
nicht mehr einholen. Er kommt mit 24 Sekunden Vorsprung vor mir
ins Ziel. Zenon braucht noch eine Minute länger und ist am
Ende fix und fertig. Als die Ergebnisse später bekannt gegeben
werden, freuen sich die Beiden und ich bleibe der Verlierer des
Tages - Ronald belegt mit 45:20 Platz 1
in der M30, Zenon wird Dritter in
der M45 in 46:51 und ich gehe in der M20 leer aus. Eyck
- unser Fotograf, den wir an der Strecke mehrmals gesehen haben
- kann als ehemaliger Leistungssportler über solche "Leistungen"
nur müde lächeln. >> Ergebnisse